Wie durch eine Kleine Anfrage im Bundestag bekannt wurde, betreibt die Bundeswehr auch dieses Jahr wieder an Regensburger Schulen Lobbyarbeit. Besonders negativ fällt dabei das zweitägige Seminar mit einer „Simulation zu Politik und Internationaler Sicherheit“ mit Schülerinnen und Schülern des Goethe-Gymnasiums.

„Es ist pädagogisch nicht verantwortbar, rhetorisch und psychologisch geschulte Lobbyisten der Bundeswehr als Referenten für Sicherheitspolitik in Schulklassen zu schicken“, so Astrid Bösl, Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Regensburg. „Solche Auftritte widersprechen klar dem Neutralitätsgebot von Schulen.“

In den vergangenen Jahren haben immer mehr Bundesländer, darunter auch Bayern, Kooperationsvereinbarungen im Bildungsbereich mit der Bundeswehr abgeschlossen, um deren Nachwuchsproblem eindämmen zu können. Die Jugendoffiziere haben vor allem ein Ziel: nämlich die Institution Bundeswehr und die deutsche Sicherheitspolitik auf möglichst unterhaltsame Weise attraktiver zu machen. Minderjährige Schülerinnen und Schüler, die oftmals noch über kein fundiertes Politikverständnis verfügen, sind hierbei eine besonders attraktive Zielgruppe für die Lobbyarbeit der Bundeswehr.

„Es ist nicht möglich, Kinder und Jugendliche zu friedlichem Handeln und gewaltfreier Konfliktlösung erziehen zu wollen und gleichzeitig mit Bundeswehreinsätzen in Bildungseinrichtungen die Militarisierung der Gesellschaft voranzutreiben“, so Bernhard Wildangel, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Regensburg.

Die GRÜNE JUGEND Regensburg fordert die Schulleitung des Goethe-Gymnasiums dazu auf, solche Veranstaltungen künftig zu unterbinden und Politikunterricht stattdessen ausschließlich von dafür qualifizierten Lehrkräften durchführen zu lassen. Nur so kann eine inhaltlich ausgewogene politische Bildung mit dem Ziel der Friedenserziehung gewährleistet und die zunehmende Militarisierung unserer Gesellschaft eingedämmt werden.

 

Foto: (CC BY-SA 2.0) von Olivier Bruchez