Bitte was? UTOPIEN!?
„Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen.“ – das sagte Helmut Schmidt und auch wenn er sicherlich einige Meilensteine der bundesrepublikanischen Politik geprägt hat, war das ganz sicher eine der blödsinnigeren Aussagen von ihm. Ganz im Gegenteil: ohne Visionen, ohne sprudelnden Ideenreichtum, ohne kreative Ansätze und neuartige Lösungen für die altbekannten Probleme lässt sich keine gute (grüne) Politik machen.


Der diesjährige Bundeskongress der GRÜNEN JUGEND (https://buko.gruene-jugend.de/) vom 27ten bis 30ten April (in Göttingen) wird sich deshalb genau mit diesem Thema befassen. Und damit wir alle etwas mehr im Bilde sind, was genau denn eigentliich Visionen sind, trafen wir uns Anfang April gleich zweimal für einen „utopischen“ Lesekreis.

Unser erstes Treffen am 5. April beschäftigte sich erstmal mit der Klärung des Begriffs Utopie. Was sind Utopien und wofür brauchen wir sie?

Wir brainstormten, lasen Texte, diskutierten in Kleingruppen und in der ganzen Runde, erfreuten uns an nicht-alkoholischen und anderen Getränken und kamen erstaunlich selten vom Thema ab. Wichtig war für uns immer, die Meinung jeder*s Einzelnen wertzuschätzen und deutlich zu machen: die Definition von Utopie existiert nicht.

Unser zweites Treffen fand dann knapp eine Woche später, am 11. April, statt. Diesmal sollte es um „Linke (und) Utopien“ gehen. Die erste Grundsatzfrage, die uns erwartete, betraf unser Verständnis von links und linker Politik an sich. Davon ausgehend, dass linke Politik und dabei besonders progressive linke Politik nach Motivation und einem anzustrebenden Bild der zukünftigen Gesellschaft verlangt, scheinen uns dabei Utopien unumgänglich. Letzter großer Streitpunkt war eine Verbindung von (möglichst) idealistischer linker Politik mit Regierungsbeteiligung. Die großartige Dimitra Kostimpas hatte dazu einen Aufruf von Rosa Luxemburg aus dem Jahr 1899 auf seinen Aktualitätsbezug kontrolliert. Und wir stimmten ihr dabei teilweise zu. Umstritten blieb nach wie vor die Frage nach der Unterstützung einer teilweise grünen Koalition im Bayrischen Landtag nach den Wahlen diesen Herbst.

In jedem Fall: vielen Dank an alle neuen und alten Gesichter, die da waren und so wundervoll diskutiert haben, mit viel Gepäck „im Kopf“ freuen wir uns also auch auf den Bundeskongress Ende April!

Danke auch hier nochmals an die Organisatorinnen Mariella Kessler und Ricarda Lang vom Bundesverband, super Vorarbeit von euch und eine unterstützenswerte Initiative!