Was für ein Abend!
Heute, am 11. Januar, fand unsere langersehnte Podiumsdiskussion im Resi e.V. statt. Das Thema lautete Alltagssexismus – ein gesamtgesellschaftliches Problem. Wie kann man(n) das verändern? und traf sichtlich auf großes Interesse bei Regensburger_innen.
Wir freuen uns sehr, dass rund 30 Interessierte anwesend waren und unsere Diskussion wirklich sehr bereichert haben.

Deswegen: Erstmal ein dickes fettes Danke an alle die da waren! Danke auch an Theresa, unsere großartige Moderatorin, und ein ganz großer Dank geht an Frau Marga Teufel und Eva Molau, unsere hervorragenden Gäste.

Nach einer kurzen Einführung ins Thema stellten sich unsere Podiumsgäste dem Publikum vor. Frau Marga Teufel, Leiterin des Büros für Chancengleichheit der Stadt Regensburg, erzählte aus ihrem Berufsalltag. Sie berichtete von Projekten in Schulen und Kindergärten, durch welche schon bei der Erziehung versucht wird, Geschlechtergerechtigkeit voranzubringen. Sie selbst bezeichnet sich gerne als Altfeministin und war auch u.a. beim Aufbau der ersten Frauenhäuser in Regensburg vor mehreren Jahrzehnten aktiv. Eine große Frage im Rahmen der Diskussion war auch, wie zukünftig mit der #metoo-Debatte umgegangen werden sollte und welche Konsequenzen gezogen werden könnten und sollten. Frau Teufel sah dabei eine Verantwortung in Politik und Gesellschaft. Sie forderte gleichzeitig auch ein größeres und breiteres Angebot an „Selbstverteidigungs“-Kursen für Frauen (inklusive der psychischen bzw. verbalen Verteidigung).

Aus Berlin kam Eva Molau von der Initiative #KeineKleinigkeit, eine Internetseite und App, auf der jede Form von vermeintlich noch so kleiner sexueller Belästigung anonym angezeigt werden kann. Sie stimmte dem teilweise zu, aber vertrat auch andere Ansichten. Selbstverteidigungskurse sieht sie als Problemsuche bei den Opfern, welche auf gar keinen Fall stattfinden dürfe. Wichtig sei der Ansatz bei den Tätern (und sehr wenigen Täterinnen). Dort müssen nachhaltig Denkmuster und patriarchalische Verhaltensweisen geändert und abgeschafft werden. Sie berichtet von ihrer Website keinekleinigkeit.de, auf der bisher bereits fast 50 000 Belästigungen angezeigt wurden – und das innerhalb von vier Monaten. Das beweist, dass die Debatte mitten in der Gesellschaft stattfinden muss und dass wir alle davon betroffen sind. Sie fordert Solidarität mit den Betroffenen. Andere Themen der Diskussion betrafen gendergerechte Sprache, Prägung durch geschlechtsspezifisches Spielzeug im Kindesalter und den Pay Gap zwischen Männern und Frauen*.

Nach etwa einer Dreiviertelstunde wurde das Podium für eine Fishbowldiskussion geöffnet und jede*r Interessierte konnte sich dazusetzen, etwas berichten oder eine Frage stellen. Auch Meldungen aus dem Publikum waren möglich. So wurde schnell aus wenigen Fragen eine interessante und lange Diskussion, die stets um die bedeutendsten Fragen kreiste. Wie können wir auf Alltagssexismus reagieren? Inwiefern tragen Männer hierbei eine besondere Verantwortung? Warum scheinen sich nicht alle Frauen mit den Sprecherinnen der #metoo-Debatte zu solidarisieren? Wie können wir zukünftige Generationen fernab von Geschlechterrollen erziehen?

Der Abend endete mit Applaus und jede*r nahm für sich ganz unterschiedliche Eindrücke mit nach Hause. Die Fragen bleiben und wir sind mehr denn je gefragt, darauf Antworten zu finden und für die Gleichstellung der Geschlechter und ein freies Leben jenseits aller Mann/Frau-Vorstellungen zu kämpfen!