Seit Jahrzehnten läuft die Diskussion um den Bau eines Regensburger Kultur- und Kongresszentrums (RKK), es gab bereits vier Bürger*innenentscheidungen hierzu. Der letzte „Bürger*innenentscheid“ (offiziell: „Bürgerbefragung“) war im vergangenen Jahr und wurde mit dem geplanten Zentralen Omnibusbahnhof und der Stadtbahn verknüpft. Hier gab es jedoch nicht die Möglichkeit „Nein“ zu sagen, sondern ineinander verwobene und suggestive Aussagen und Vorschläge der Stadt in ihrer persönlichen Wichtigkeit zu bewerten. Aufgrund der Art und Auswahl der Fragen wurde die Befragung damals stark kritisiert. Auch die GRÜNE JUGEND Regensburg sieht die Aussagekraft dieser Befragung als sehr zweifelhaft an. Außerdem hatte diese Befragung keinerlei Bindungswirkung – der versprochene Beteiligungsprozess rund um das RKK blieb ein leeres Versprechen. Die GRÜNE JUGEND Regensburg fordert darum eine ergebnisoffene Diskussion mit allen Bürger*innen. Die bisherigen Ideenschmieden waren bei weitem nicht ausreichend für ein Projekt dieser Größenordnung.

Aus verschiedenen Gründen schließt sich die GRÜNE JUGEND Regensburg deswegen dem „Kein RKK auf dem Kepler-Areal“-Aktionsbündnis an, welches das Ziel einer aktiven Bürger*innenbeteiligung hat und ein Bürger*innenbegehren anstrebt. Das Bündnis wird von keiner Partei, sondern von Vereinen, Initiativen, politischen und ökologischen Organisationen unterstützt.

Theresa Eberlein, Sprecherin der GJ Regensburg, meint hierzu: „Zudem kann es bei  / Bei Großprojekten dieser Art kommt es immer wieder zu Kostensteigerungen – kommen. Dieses Geld sollte die Stadt Regensburg aber lieber in einen Bau der Stadtbahn investieren, um essentielle Verbesserungen des ÖPNVs zu erreichen. Dieses Projekt wird aber wegen  des Baus des RKK hinten angestellt und eventuell erst nach 2030 überhaupt begonnen. Zudem kritisieren wir, dass unter dem RKK zwei Tiefgaragen entstehen sollen: Regensburg braucht dringend ein infrastrukturelles Konzept, das weg von Autos und hin zu nachhaltigen Verkehrsmitteln geht. Denn: ein Park oder tatsächliche Grünflächen entstehen nicht über einem Betonbunker!“

Mirjam Körner, Sprecherin der GJ Regensburg, sagt dazu: „Doch wir kritisieren nicht nur den intransparenten und partiell undemokratischen Beteilungsprozess, auch  umwelttechnisch finden wir den Bau sehr bedenklich: 44% der Bäume auf dem Areal gelten laut wissenschaftlichen Untersuchungen als sehr wertvoll bzw. wertvoll, wovon nicht wenige gefällt werden müssten. Der bereits angekratze Grünstreifen des Alleengürtel würde weiter unterbrochen und die Luft in Regensburg weiter verschlechtert werden. Doch Luft brauchen wir zum Leben!“