Ende vergangener Woche forderte die Junge Union die Einführung einer staatlichen Abgabe für Kinderlose; die GRÜNE JUGEND Regensburg kritisiert diesen Vorstoß als indiskutabel und rückschrittlich. Die Jugendorganisation erklärt dazu:

„Das 19. Jahrhundert hat angerufen, es möchte sein Familienbild zurück“, brandmarkt die Sprecherin der GRÜNEN JUGEND Regensburg, Astrid Bösl, die Vorschläge der Jungen Union als rückschrittlich. Über ein Familienbild, das ausschließlich auf Fortpflanzung abzielt ist, sei man seit Jahrzehnten hinweg, hätte sie gehofft. „Der Vorschlag einer solchen Zwangsabgabe ist absurd und der Eingriff in das Privatleben indiskutabel“, so Bösl. Anstatt bestimmte Lebensentwürfe staatlich zu bestrafen, müsse man Familien fördern.

„Deswegen treten wir auch für eine Abschaffung des Ehegattensplittings zugunsten einer richtigen Familienförderung ein“, ergänzt ihr Kollege Bernhard Wildangel, Sprecher der GRÜNEN JUGEND Regensburg. „Dabei sind etwa staatliche Förderungen für bezahlbaren Wohnraum weitaus hilfreicher als Bestrafungen für kinderlose Paare“, meint Wildangel weiter. Es gebe vielfältige Gründe, warum Paare keine Kinder wollten oder bekommen könnten.

Die GRÜNE JUGEND Regensburg sieht noch einen ganz anderen Vorschlag als zentral an, wenn es um die Förderung von Familien geht: „Wer Familien aufbauen möchte, sollte sich auch für eine Öffnung des Familienbildes einsetzen“, so der politische Geschäftsführer der GRÜNEN JUGEND Regensburg, Stefan Christoph. Auch wenn er die Forderung der Jungen Union nach einem Familiensplitting für richtig halte, habe er Bedenken, dass dort mit „Familie“ etwas anderes gemeint sei. Betrachte man die Zahlen von Heimkindern in Deutschland, sei das Adoptionsverbot für homosexuelle Paare nicht mehr haltbar: „Auch zwei Männer oder zwei Frauen können liebende Eltern für ein Kind sein. Willkommen im 21. Jahrhundert!“, so Christoph.