Regensburg, 29. Januar 2020: Vergangenen Sonntag hat die Grüne Jugend Regensburg (GJR) im Rahmen einer kommunalpolitischen Stadtführung ihre Visionen für Regensburg vorgestellt. An ausgewählten Orten haben die Spitzenkandidat*innen Anna Hopfe (Listenplatz 3) und Daniel Gaittet (Listenplatz 4) ihre Forderungen der Öffentlichkeit präsentiert.

Die Führung startete an der Steinernen Brücke, wo Daniel von der Diskussion über Nutzungskonflikte auf der Jahninsel im vergangenen Jahr berichtete. „Wir setzen auf Dialog statt Verbot“, stellte Daniel klar. Gerade für Menschen mit kleinem Geldbeutel seien Orte wie die Jahninsel zum Feiern attraktiv. „Wir sollten mehr Rücksicht aufeinander nehmen, aber mit einem Alkoholkonsumverbot lösen wir kein Problem“ führte Daniel weiter aus.

Die Nächste Station war der Regensburger Dom, wo Anna den im Planungsausschuss gefassten Beschluss zur Verkehrsberuhigung des Domplatzes vorstellte und die Forderung nach einer autofreien Innenstadt erläuterte: „Weniger motorisierter Individualverkehr (MIV) in den engen Gassen unserer historischen Altstadt bedeutet höhere Lebensqualität für alle: Weniger Lärm, saubere Luft und stressfreieres Flanieren im Stadtzentrum.“

Am Alten Kornmarkt bat Anna die rund 20 interessierten Zuhörer*innen, kreativ zu sein: Welche Ideen hätten sie für die Gestaltung des Alten Kornmarktes, würde der Platz von den vielen Parkplätzen befreit? Vorschläge gab es viele, von Blumenbeeten über Trinkwasserbrunnen und Sitzmöglichkeiten, die in der Altstadt noch immer Mangelware sind. Gerade in Zeiten globaler Erderhitzung gewinnen grüne Erholungs- und Abkühlungsorte in den Städten an Bedeutung.

„Die drei großen Stellschrauben in Sachen kommunaler Klimaschutz heißen Energie, Wärme und Verkehr. Hier gibt es in Regensburg noch viel zu tun“, stellte Anna fest. Mindestens genauso wichtig wie die sogenannte Klimafolgenanpassung ist laut Anna entschlossenes Handeln gegen ein weiteres Eskalieren der Klimakrise. Den Kommunen komme hierbei eine entscheidende Rolle im Kampf gegen die globale Erderwärmung zu.

Foto: Lena Krebs

Nach einer kurzen Teepause zum Aufwärmen wurde die Stadtführung am Dachauplatz fortgesetzt. Am Historischen Museum machte Daniel klar: „Die Zeit des Nationalsozialismus darf bei der Aufarbeitung und Vermittlung der Stadtgeschichte nicht ausgespart werden. Deshalb wollen wir das Historische Museum ausbauen“. Daniel fordert weiter eine Kennzeichnung von historisch belasteten Orten, wie beispielsweise die ehemalige Zentrale der Gestapo am Minoritenweg.

Mit Blick auf das Neue Rathaus verdeutlichte Anna zudem, dass eine Einbeziehung aller Regensburger Bürger*innen unabdingbar ist, um „vor Ort erfahrbar zu machen, wie und vor allem, dass unsere Demokratie funktioniert, indem sie alle mitnimmt.“ Eine der konkreten Forderungen der GJR im Bereich Jugend und Beteiligung ist es, die Rechte und Mitsprachemöglichkeiten des Jugendbeirats zu stärken.

Zum Abschluss führte Daniel am Ernst-Reuter-Platz in die aktuelle Diskussion rund um die Neugestaltung des Bahnhofsumfelds ein. Dazu gehören nicht nur Fragen der Verkehrsführung, sondern auch die Auseinandersetzung um die neuen Überwachungskameras. Bei diesen und weiteren Themen wollen Anna und Daniel nach der Kommunalwahl im März mitentscheiden.

Foto: Lena Krebs